Geschichte, Brauchtum & Kultur

Im Chiemgau gehen Brauchtum und Moderne Hand in Hand und auch selten gewordene Handwerke wie die Federkielstickerei, die Herstellung von Trachtenhüten oder auch Korbbinden leben hier weiter.

Geschichte

Die frühesten Besiedlungsspuren im Chiemgau, wie Gebrauchsgegenstände oder Überreste von Pfahlbauten, gehen auf die Stein- und Bronzezeit von 5000 – 500 v. Chr. zurück. Die Funde können im Bedaium-Museum in Seebruck und im Museum in Traunstein besichtigt werden. Mit der Eisenzeit gewannen auch Salzgewinnung und Salzhandel an Bedeutung, die bäuerlichen Großbetriebe nahmen zu und schließlich wurde der Chiemgau in die römische Provinz Noricum eingegliedert.

Im Mittelalter besiedelten die von der Elbe stammenden Bajuwaren das Land, deren Bestattungsrituale wir interessante Gräberfunde verdanken. Gollenshausen („Golduneshusa“) wurde 924 erstmals urkundlich erwähnt und Gstadt 1168 – vom „Gestadte“ legten die Boote zur Überfahrt nach der Fraueninsel ab.

Die St. Simon- und Judas Kirche von Gollenshausen stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist mit Fresken an der südlichen Außenwand versehen. Die ersten touristischen Gäste kamen zu Beginn des 19.Jhd. mit der Postkutsche von München und gingen das letzte Stück von Weisham bei Eggstätt bis nach Gstadt zu Fuß. Vor allem Kunstmaler der Münchner Schule, wie Max Haushofer, Hiasl Maier-Erding und Max Märtens, hatten ihre „Sommerfrische“ entdeckt, aber auch Dichter und Schriftsteller wie Felix Dahn und Eugen Ortner.

Durch die Jahrhunderte blieben Gstadt, Gollenshausen und vor allem die 13 Weiler, die heute zum Gemeindegebiet gehören, der Landwirtschaft treu und die Ansiedlung größerer Industriebetriebe konnte vermieden werden – und so soll es auch bleiben.

Brauchtum

Der sommerliche Veranstaltungskalender der Trachten- und Traditionsvereine rund um den See ist gefüllt mit Festterminen und was die Blasmusikkapellen und die Gstanzl- und Tanzgruppen der Trachtler zu bieten haben, kann sich hören und sehen lassen.

Das Vereinsleben in der Gemeinde Gstadt ist sehr vielfältig, so gibt es Vereine des Ortsteils Gstadt wie z. B. die „Freiwillige Feuerwehr Gstadt“ oder den „Gstadter Eissschützenverein“, und in Gollenshausen z. B. die „Soldaten- und Kriegerkameradschaft Gollenshausen“, die „Schützengilde Gollenshausen“ oder den „Feuerwehrverein Gollenshausen“.

Manche Vereine haben ihren Sitz auch in unserer Nachbargemeinde Breitbrunn, wie z. B. der „Gebirgstrachtenerhaltungsverein D`Chiemseer“ oder der „Männergesangsverein Breitbrunn-Gstadt“. Das kommt ursprünglich daher, weil die Traditionsvereine nicht nach den Gemeindebereichen, sondern nach dem Pfarrsprengel gebildet wurden. Gollenshausen hat eine eigene Pfarrei und daher ein fast selbstständiges Vereinswesen, der Ortsteil Gstadt gehört zur Pfarrei Breitbrunn, deshalb bildeten Gstadt und Breitbrunn häufig einen gemeinsamen Verein.

Das „Künstlerdorf Gstadt“

Der Chiemsee mit seinen malerischen Inseln und Dörfern war seit jeher Anziehungspunkt für viele Künstler. Gerade von Gstadt aus, mit dem traumhaften Blick auf die Fraueninsel und die Berge im Hintergrund, zeigen sich Motive von ihrer schönsten Seite. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass gerade hier mehr Künstler als in jedem anderen Dorf verweilten und so auch den Ort schon sehr früh bekannt machten. Wer sich mehr mit diesem sehr umfangreichen Thema befassen möchte, dem sei die Chronik von Gstadt, das Buch “ Künstlerlandschaft Chiemsee“ und die Galerie Gailer mit ihren Ausstellungen im Obergeschoß der Tourist Info empfohlen.

Die Fischerei

Auch heute noch ist die Fischerei am Chiemsee ein lebendiges Gewerbe und hat vor allem Tradition, die von Berufsfischern seit vielen Generationen gelebt wird. Schon seit 1850 besteht die Fischereigenossenschaft Chiemsee und derzeit gibt es noch 16 Familien am Chiemsee die vom Fischfang leben. Der Chiemsee hat Trinkwasserqualität und das merken auch die Fische: 28 Fischarten sind am Chiemsee heimisch, darunter Renke, Barsch, Brachse, Hecht, Aal, Wels und Zander. Etwa 80 bis 100 Zentner Fisch fängt eine Fischerfamilie am Chiemsee pro Jahr. Der Bestand wird durch das Einsetzen von Jungtieren von den ansässigen Fischern gesichert. Brotfisch des Chiemsees ist die Renke, die es auch überall in den verschiedensten Zubereitungsarten, als Steckerlfisch, Matjes oder Backfisch, zu probieren gibt. Mehr Informationen zur Geschichte und Tradition der Fischerei am Chiemsee finden Sie hier.

Der Bootsbauer bei der Arbeit (Foto: © Ulli Seer)

Der Bootsbauer bei der Arbeit

Leonhardiritt (Foto: © Thomas Wohlhaupter)

Leonhardiritt

Brauchtum und Kultur (Foto © Ulli Seer)

Konzert am Hofanger

Malerischer Blick auf den See

Malerischer Blick auf den See

Fischfang in früheren Zeiten

Fischfang in früheren Zeiten

Tel: +49 (0) 8054 442· E-Mail: info@gstadt.de
Unterkunft:
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